Frühblüher auf den Baumscheiben und kleine Totholzzäune zur Abgrenzung

Die Frühblüher auf meinen beiden Baumscheiben hatten wunderbar ausgetrieben. Als erstes blühten die Goldkrokusse, gefolgt von den Frühlingskrokussen. Etwas später blühten die zweiblättrigen Blausterne, Traubenhyazinthen und die Wilden Tulpen. Letztere drei wurden bereits gut von Insekten besucht.

Kleine Totholzzäune zur Abgrenzung

In den letzten Wochen bekam ich mit, dass Groß wie Klein achtlos über die Flächen und Pflanzen laufen trotz bereits gut sichtbarer blühender Pflanzen. Im öffentlich zugänglichen Raum wird sich das wohl nicht vermeiden lassen. Kurzerhand baute ich dann zwei kleine Totholzzäune, so dass die Flächen aktuell besser erkennbar und abgegrenzt sind. Für die „Pfosten“ hatte ich auf im Haushalt vorhandene Bambusstäbe zurückgegriffen, da sonntagmittags in Corona-Zeiten nichts anderes in der Nähe greifbar war. Sicherlich keine Dauerlösung, weil nicht so stabil. Momentan habe ich jedoch noch keine Alternative gefunden. Zur Befüllung lagen wiederum genügend kleinere Äste um unser Haus, Überbleibsel von den Winterstürmen.

Auf der großen Baumscheibe habe ich vor dem Minizaun einen Bodenstreifen offen gelassen, das heißt nicht bearbeitet und nicht bepflanzt. Vielleicht wird er von im Boden nistenden Wildbienen genutzt?

Neue Wildblumen auf den Baumscheiben

Einige auf dem Balkon herangezogene Pflanzen waren bereits groß genug zum Auspflanzen. So habe ich die Bepflanzung nach den letzten Nachtfrösten fortgesetzt. Meinen ursprünglichen Bepflanzungsplan erweiterte ich zwischenzeitlich unter anderem um

  • Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium)
  • Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
  • Weiße Lichtnelke (Silene latifolia ssp.alba)
  • Gewöhnlicher Thymian (Thymus pulegioides)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)

Für die verschwunden Pflanzen hatte ich zumindest teilweise Nachschub und konnte ebenfalls nachpflanzen. Jetzt hoffe ich, dass alles gut anwächst und die ersten Wildblumen bald blühen.

Vor dem Pflanzen musste ich erst mal gefühlte 1000 Baumsprösslinge sowie ein paar weitere nicht erwünschte Wildkräuter entfernen … Und dann gießen, gießen, gießen. Nach der Winterpause und meinem längeren Krankenstand gab das einen ordentlichen Muskelkater. Ob mein Vermieter noch die gewünschten zwei Regentonnen spendiert? Dann wäre der Weg mit vollen Gießkannen etwas kürzer. Und Regenwasser statt Trinkwasser zu nutzen ist eh sinnvoller.

Trotz verschwundener Pflanzen, ordentlichem Muskelkater, fehlendem Regenwasser – es macht einfach Spaß, die Baumscheibenflächen zu bepflanzen und zu gestalten und vor allem die ersten Gäste zu sichten. Nicht nur Insekten fanden sich an den Blüten ein, auch Amseln und Elstern waren auf den Baumscheiben und Zäunen unterwegs. Die Elstern begutachteten wohl die Äste der kleinen Zäune, ob sie für ihren Nestbau taugen. Ein neues kugeliges Elsternest entsteht grade vor meinem Balkon. Natur ist immer wieder spannend.

2 Gedanken zu „Frühblüher auf den Baumscheiben und kleine Totholzzäune zur Abgrenzung“

  1. Hallo Christina, das ist ja eine sehr schöne Idee die Baumscheiben zu bepflanzen… Bist du Patin und hast das bei der Stadt Jena angemeldet oder wie kann ich mir das vorstellen? Grüße aus Weimar!

  2. Hallo Marcus,

    ja, ich bin auch glücklich, die Baumscheiben bepflanzen, hegen und pflegen zu dürfen. Es macht unheimlich Spaß, besonders als die ersten Frühblüher blüten und sich darüber die meisten Anwohner freuten. Zumal ich mangels Zeit keinen Garten habe. Die beiden Flächen sind sozusagen vor der Haustür und der Weg ist kurz. Ich wünsche mir, dass sie eine lebendige Blühinsel im meist Einheitsgrün rundrum werden und gut von Schmetterlingen, Wildbienen, Vögeln und vielleicht Fledermäusen besucht werden.

    Bei mir ist es so, dass die beiden Flächen zu unserer Wohnungsgenossenschaft gehören. Ich hatte letztes Jahr einfach eine Anfrage mit Fotos der beiden Flächen an meinen Vermieter geschickt, ob ich eine Gieß-Patenschaft für die beiden Bäume übernehmen und mich um die Bepflanzung rundrum kümmern kann. Das wurde dann im Vorstand besprochen, ich bekam das Okay und legte los. Meines Wissens bieten in Jena einige Vermieter ihren Mietern kleine Flächen an, die diese bepflanzen und pflegen können. Letztlich bedeutet es ja auch, selbst aktiv Verantwortung zu übernehmen, das Umfeld zu verschönern und ein Stück mehr naturnah im Siedlungsraum zu gestalten.

    Viele liebe Grüße aus Jena
    Christina

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