Mitmach-Baustelle Köttendorf: Bau eines Spaltengartens aus alten Dachziegeln und Natursteinen

Upcycling – Altes und Gebrauchtes neu verbauen

Für die Mitmach-Tage in Köttendorf im April/Mai bat Jeannette Kebernik darum, wenn vorhanden Altmaterialien wie Straßenklinker, Betonsteine und -platten oder Dachziegel mitzubringen. So wartete ein kleiner Stapel alter Dachziegel mit dem Aufdruck „VEB THUR. DZW I“, mitgebracht von Uwe aus Köttendorf, auf seinen Einsatz. Was tun damit? Wie am besten verbauen? Es keimte der Gedanke des Spaltengartens. Seinen Platz sollte er am Wegrand gleich neben der Eidechsenburg bekommen.

Ein Spaltengarten entsteht

Was bitte ist ein Spaltengarten?

Ein Spaltengarten ist eine Art Steingarten, in dem die Risse und Spalten der Gebirgsfelsen nachempfunden werden durch dicht aneinandergebaute schmale, plattenförmige Steine. In Botanischen Gärten kann man häufig Spaltengärten im Alpinum sehen, auch in Jena. Die oft winzigen Spalten sind mit Hungerkünstlern bepflanzt, deren Wurzeln tief ins Erdreich vordringen können. Sie sind so vor heißen Temperaturen geschützt. Himmelswasser kann direkt durch die Fugen in den Wurzelraum versickern.

Wie soll unser Spaltengarten aussehen?

Unser Spaltengarten sollte etwas anders werden, eine Mischung aus alten Dachziegeln und Natursteinen, eingebettet in mageres Substrat aus Kalkschotter und Sand. Zu dritt machten wir uns an die Arbeit. Zunächst stellten wir uns alles um die Baustelle bereit: Dachziegel, Natursteine, Eimer mit Kalkschotter, etwas Gütekompost für die Pflanzlöcher und die Pflänzchen.

Anschließend platzierten wir probeweise Dachziegel und Natursteine, um zu sehen, wie groß das Spaltengärtchen mit den vorhandenen Materialien überhaupt werden wird und welche Anordnung in unseren Augen ein gutes Bild gibt.

Der erste Ansatz gefiel uns noch nicht so recht:

Ein Spaltengarten entsteht

So probierten wir etwas hin und her und waren uns letztlich einig, die Dachziegel mal quer, mal schräg und mal hochkant zu verbauen und dazwischen einzelne Natursteine zu setzen. Die Spalten sollten mal schmal und mal weiter sein.

Bau unseres Spaltengartens

Und los ging es. Zuerst setzen wir den größten und höchsten Naturstein als zentralen Stein ca. 1/3 ein. Es folgten mal Dachziegel und wieder einzelne Natursteine. Vom zentralen Naturstein zum Rand des Spaltengärtchens hin hatten wir ein Gefälle vorgesehen. Dann verfüllten wir die Spalten mit Kalkschotter, einige bis oben hin, andere nur im unteren Bereich. Als Mini-Lebensraum gedacht, sollen die nicht gänzlich verfüllten Spalten schattige und kühlere Rückzugsräume für Insekten, Käfer und andere Kleintiere bieten. Wir waren zufrieden mit dem Ergebnis 😊

Zu guter Letzt folgte das Einsetzen der Pflänzchen, die Jeannette und ich mitgebracht hatten: Dach-Hauswurz (Sempervivum tectorum), Spinnweb-Hauswurz (Sempervivum arachnoideum), Berg-Steinkraut (Alyssum montanum), Sandthymian (Thymus serpyllum) und Frühlingsthymian (Thymus praecox). In die Pflanzlöcher füllten wir etwas Gütekompost, damit sich die Feuchtigkeit hält und die Pflänzchen gut anwachsen. Zum Schluss Pflänzchen rein, andrücken und wässern für den Start an ihrem neuen Standort.

Hurra! Unser erstes selbstgebautes Spaltengärtchen ist fertig!

Voilà

Hier unser Spaltengärtchen nach Vollendung aus verschiedenen Perspektiven:

Und hier noch mal in der Herbstsonne am 14.09. und 21.10.:

Wir sind gespannt aufs nächste Jahr. Wie sich wohl die Bepflanzung entwickeln wird?

Wie findet ihr unser kleines Spaltengärtchen?

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