Rückblick Balkon 2020 und Anpassung an Klimawandel

Wildblumen für den Balkon

Nachdem 2019 für einige 2-jährige Wildpflanzen im Balkonkasten mit der Blüte ihr Lebenszyklus endete, ergänzte ich die Bepflanzung der Wildblumenkästen. Hinzu kamen Gewöhnlicher Hornklee, Esparsette, Taubenskabiose, Rundblättrige Glockenblume, Heidenelke (alle ausdauernd) und Ackerrittersporn (einjährig). Sie kamen bestens mit der vollsonnigen und windigen Lage in der 5. Etage zurecht. Erstmals blühten auch zwei Wilde Möhren noch aus der Wildblumen-Mischung für Wildbienen Nr. 13 von Syringa.

Den Hornklee schnitt ich jeweils nach Abblühen eines Stängels zurück und er kam so übers Jahr auf vier Blühphasen.

In den beiden Wildblumenkästen blühen gerade Gewöhnlicher Hornklee, Ackerrittersporn, Taubenskabiose, Wiesenmargerite und Esparsette.

Hier ein Blick von außen auf die beiden Wildblumenkästen am 1. Juni 2020.

Anpassung der Pflanzgefäße an die zunehmende Sommerhitze

Schon 2018 und 2019 fiel mir auf, dass sich alle Pflanzgefäße, die im Hochsommer volle Sonne abbekamen, extrem aufheizten. Bis dato hatte ich nur dunkle Balkonkästen, Kübel und Töpfe. Im Hochsommer 2019 deckte ich einiges schon mit Winterschutz ab, in dem Fall umfunktioniert zu Sonnenschutz. Ob diese Hitze bei dem vergleichsweise kleinen Erdvolumen gut für die Wurzeln und eventuelle Bewohner im Erdreich ist? Vermutlich nicht. So begann ich im Frühjahr 2020, auf helle Pflanzgefäße umzustellen. Weiß ist zwar nicht meine bevorzugte Farbe, doch gab es damals im Baumarkt vor Ort keine alternativen hellen Farben.

Der positive Effekt von weiß: es lässt die kleine Balkonfläche räumlich größer wirken. Auch der Berührungstest im Hochsommer bei voller Sonneneinstrahlung zeigte: die Oberflächen der weißen Pflanzgefäße fühlten sich nicht annähernd so heiß an wie die der dunklen. Also stellte ich nach und nach übers Jahr um und bin auch noch nicht ganz fertig.

Bezugsquellen für helle Pflanzgefäße findet ihr unter den Produkttipps.

Wurzelkonkurrenz im Balkonkasten?

Beim Umpflanzen der Wildstauden in die weißen Balkonkästen kam gleich zutage, wer den größten Raum für sich beansprucht. Wie geahnt, waren es die Esparsette, die an sich bis zu vier Meter lange Pfahlwurzeln bilden kann (dann hätten meine Untermieter noch was davon 😉) und der Gewöhnliche Hornklee, deren Wurzeln jeweils den gesamten Kasten nach einem Jahr ausfüllten. Beide zogen auf die neuen Beete am Haus um, wo sie sich nach Lust und Laune ausbreiten können, so weit und so tief sie mögen. Margerite und Heidenelke zogen ebenfalls auf die neuen Beete, sie hatten oberirdisch einen starken Ausbreitungsdrang, dem sie vorm Haus viel besser nachgehen können.

Alles neu macht der Oktober?

Als „Ersatz“ zogen in Anlehnung an die Pflanzengesellschaften „meiner“ Schmetterlingswiesen in die Wildblumenkästen ein: Sandthymian, Feldthymian, Edel-Gamander, Scharfer Mauerpfeffer (sind alle gleichzeitig gute Bodendecker), Dost, Skabiosen, Flockenblumen und Gewöhnlicher Natternkopf. Wieder ausgesät habe ich weiterhin Wilde Möhre, deren Blüten von zahlreichen Insekten angeflogen werden. Im Sommer und Herbst 2019 hatte ich bereits etwas Saatgut am Wegrand für die Wildblumenkästen gesammelt. Vielleicht gehen zusätzlich noch einige alte und neu eingeflogene Samen auf.

Weiterer Gedankengang war, mit teils gleichen Pflanzen auf Baumscheiben, Beeten am Haus und auf dem Balkon sowie den im Herbst gepflanzten Wildsträuchern hoffentlich mehr Tag- und Nachtfalter anzulocken. Tagfalter sind Sympathieträger bei vielen Menschen, über mehr Nachtfalter würden sich die hier zahlreich lebenden Fledermäuse sehr freuen und über mehr Raupen wiederum Vögel, die diese an ihren Nachwuchs verfüttern.

Was blühte am längsten?

Immer beliebt: blühende Kräuter auf dem Balkon

Blühende Kräuter sind immer wieder beliebt bei Insekten und fühlen sich auf dem sonnigen trockenen Balkonstandort sehr wohl.

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