Fördermittel für Naturschutzprojekte in Thüringen und Sachsen-Anhalt

Wusstet ihr, dass auch kleinere und größere Naturschutzprojekte von z. B. Privatpersonen unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden? Im Rahmen unseres 2. Runden Tisches für mehr biologische Vielfalt in der Stadt Jena gab es den Tipp, als Anfragen zum Thema Fördermöglichkeiten kamen.

Vielleicht seid auch ihr Einheitsrasen, Thuja- und Kirschlorbeerhecke leid und wünscht euch einen lebendigen insekten- und vogelfreundlichen (Vor-)Garten mit Insektennisthilfen und täglich neuen spannenden Naturerlebnissen vor der Nase? Ihr habt schon konkrete Pläne in der Schublade und es mangelt an finanziellen Mitteln? Oder habt ihr die Nase voll von tristen Beton- und Schotterflächen sowie den 08/15-Bodendeckern im öffentlichen Raum? Als Kindergarten oder Schule möchtet ihr einen Naturgarten mit Nisthilfen und Nistkästen auf dem Gelände eurer Einrichtung anlegen? Dann pflanzt und gestaltet mit!

Empfehlenswert ist auf jeden Fall, sich vorab mit den Stiftungen über eure Pläne auszutauschen, ob die Projekte wie von euch angedacht förderfähig sind oder ob es eventuell Nachbesserungsbedarf gibt.

Auch der Bildungsaspekt im Bereich biologische Vielfalt und Naturschutz steht bei den Förderprogrammen im Vordergrund.

Naturgarten vom BUND Bad Langensalza

Thüringen: „Naturschutz beginnt vor der Haustür – in kleinen Schritten zu einem bunten, lebenswerten Wohnumfeld“

lautet das Motto der Umweltlotterie-Förderung der Stiftung Naturschutz Thüringen.

Hier werden Projekte mit einer Anteilsfinanzierung bis zu 90 Prozent gefördert, die im Wohnumfeld bzw. im Siedlungsbereich die biologische Vielfalt schützen und entwickeln, laut Webseite der Stiftung insbesondere:

  • die ökologische Aufwertung von Flächen / eine naturnahe Flächengestaltung – z. B. durch Anlegen von Gründächern, Umgestaltung von monotonen Rasen in Blühflächen oder urbane Gärten, Anlegen von Trockenmauern oder Benjeshecken,
  • die Anlage einer artenreichen Ortsbegrünung, 
  • die Umgestaltung von Hecken in sowie die Neuanlage von Vogelnährgehölz im Ortsbereich und am Ortsrand,
  • der Schutz und die Verbesserung des Lebensraums für Insekten (z. B. Anlage von Bienenweiden, Insektenhotel),
  • die naturschutzgerechte Entwicklung von innerörtlichen oder siedlungsnahen Biotopen (z. B. aufgelassene Löschteiche),
  • die Umweltbildung in Schulen und Kindertageseinrichtungen durch das Kennenlernen des Naturreichtums vor der Haustür und darauf aufbauende praktische Tätigkeiten, wie z. B. naturschutzgerechte Entwicklung des Geländes der Schule oder der Kindertageseinrichtung
  • die Umweltbildung von Erwachsenen sowohl durch praktische Tätigkeiten als auch das Kennenlernen des Naturreichtums vor der Haustür im Rahmen des Projekts.

Eine Zuwendung beträgt grundsätzlich mindestens 500 Euro und höchstens 5.000 Euro.

Quelle: Webseite Stiftung Naturschutz Thüringen, Umweltlotterie–Förderung, Stand 24.08.2020

Auf der Seite findet ihr weitere Details, z. B. wer Zuwendungsempfänger sein kann, Förderrichtlinien und auch fachliche Richtlinien.

Die nächsten Stichtage für die Einreichung von Förderanträgen sind:

  • 30. November 2020 (Bescheidung bis Ende Dezember 2020)
  • 15. Februar 2021
  • 15. Mai 2021.

Flockenblumen, Skabiosen, Witwenblumen, Dost, Kalkaster sind beispielsweise wahre Insektenmagneten.

Sachsen-Anhalt: Fördermittel für den Bereich Umwelt-, Natur- und Klimaschutz

Die Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt bietet ein ähnliches Förderprogramm, erweitert um den Bereich Klimaschutz. Laut Webseite werden folgende Vorhaben gefördert:

  • Planung und Umsetzung von „Renaturierungsvorhaben
  • Pflanzung von einheimischen Bäumen, Sträuchern und Hecken auf öffentlichen Flächen, an Wegrändern, im Umfeld öffentlicher Einrichtungen 
  • Lückenpflanzungen zum Erhalt von Alleen, Pflanzung von Obstbaumalleen, Pflanzung Baum des Jahres 
  • Untersuchungen zum Vorkommen und / oder zu Lebensbedingungen von Fauna und Flora, Wasseruntersuchungen 
  • Umweltbildungsarbeit, besonders mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Freizeitgestaltung 
  • Anlegen von Kräuter-, Bauern- und / oder naturnahen Gärten im öffentlichen Bereich/ in öffentlichen Einrichtungen 
  • Arbeiten mit Naturmaterial, Holz, Lehm, Ton, Filz, u.a. 
  • Maßnahmen des vorbeugenden Klima- und Ressourcenschutzes 
  • Veröffentlichungen im Rahmen der Umweltbildung und Vermittlung neuer Erkenntnisse, die von allgemeinem Interesse sind
  • Unterstützung bei der Durchführung von Aktionen zum Weltumwelttag

Quelle: Webseite Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz des Landes Sachsen-Anhalt, Förderung, Stand 24.08.2020

Ein Totholzzaun in Großjena bei Naumburg/Saale

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